Aktuelles
Schwäbische Zeitung
(29. August 2011)
Erwin Teufel ehrt Erzberger
Wie umgehen mit Erzberger und Hindenburg?
Dr. Schnabel zur Erinnerungskultur in Biberach
Gleich zu Beginn seines gut besuchten
Vortrags stellte Dr. Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der
Geschichte Baden-Württemberg, klar, dass er nicht aus Stuttgart gekommen
sei, um den Biberachern zu sagen, wie sie ihre Erinnerungskultur für
Erzberger oder Hindenburg zu gestalten hätten. Dies sei Sache der
hiesigen Bürgerschaft. Gunther Dahinten von der Erzberger-Initiative,
der den hochrangigen Referenten vorgestellt und in den Abend eingeführt
hatte, konnte im Saal des Gasthofs „Grüner Baum“ auch mehrere
Gemeinderäte und den früheren Oberbürgermeister Claus-Wilhelm Hoffmann
begrüßen.
In Reaktion auf einen hinführenden Kurzfilm über Erzberger erinnerte Dr. Schnabel daran, dass die Mörder des Zentrumspolitikers während des Dritten Reiches in den Genuss einer Amnestie gekommen waren, die Reichspräsident von Hindenburg in Kraft gesetzt hatte. Hinsichtlich seiner Leistungen räumte der Historiker Schnabel dem ehem. Generalfeldmarschall zwar ein, Verantwortlicher für die Rettung Ostpreußens im Ersten Weltkrieg gewesen zu sein; er machte aber auch darauf aufmerksam, dass Hindenburg als Chef der Obersten Heeresleitung den Diktatfrieden von Brest-Litowsk maßgeblich zu verantworten hatte, der für Russland nicht weniger hart gewesen sei, als der bald darauf Deutschland aufgezwungene Versailler Vertrag. Obwohl Erzberger zur Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne durch Hindenburg gedrängt worden sei, habe dieser danach als „Kronzeuge“ für die fatale Dolchstoßlegende gewirkt. Anders als 1932, als viele Deutsche glaubten, Hitler durch Hindenburg verhindern zu können, wollten ihn 1925 relativ wenige Biberacher als Staatsoberhaupt. „Hier war nicht Hindenburgland“, konstatierte der Historiker mit Blick auf die damaligen Wahlergebnisse. Gegen die mit der Machtübertragung an Hitler rasch einsetzende Zerstörung von Rechtsstaat und Demokratie habe der noch über ein Jahr amtierende Reichspräsident nicht protestiert. „Hat er nicht Deutschland ganz wesentlich geschadet?“ fragte Dr. Schnabel resümierend.
Hingegen habe Erzberger mit seiner Unterschrift zur Beendigung des Weltkriegs und mit seinem Einsatz für den auch von ihm als ungerecht empfundenen Friedensvertrag das noch größere Übel von Einmarsch und Krieg in Deutschland samt seinem damit drohenden Zerfall abgewandt und dazu beigetragen, dass es als Ganzes erhalten blieb. Ferner bezeichnete der Referent Erzberger wegen dessen vereinheitlichender Reichsfinanzreform als den „vielleicht bedeutendsten Finanzpolitiker des 20. Jahrhunderts“ und erwähnte seine zahllosen Verdienste als „Anwalt der kleinen Leute“ sowie als „Wegbereiter der Demokratie“. Abschließend informierte der Leiter des baden-württembergischen Hauses der Geschichte darüber, dass zum bevorstehenden 90. Jahrestag der Ermordung des in Biberach begrabenen Politikers in Stuttgart und darüber hinaus Gedenkveranstaltungen geplant seien. Für Biberach könne er sich vorstellen, etwa mit einer jährlich von der Stadt getragenen Gedächtnisrede regelmäßig an Matthias Erzberger zu erinnern. Dass seine Würdigung auch im Stadtzentrum sichtbar werden sollte, wurde als weitgehender Konsens der regen Aussprache des öffentlichen Info- und Diskussionsabends deutlich.

Dr. Thomas Schnabel.
Diskussion ist nicht vom Tisch
Auch Film dürfte dafür sorgen
Während die Biberacher Filmfestspiele mit dem Beitrag „Der Gewaltfrieden“ am Freitag, 5. 11. (18 Uhr) und Samstag, 6. 11., 14 Uhr auch einen Film präsentieren, der die herausragenden Mühen und Verdienste Erzbergers für eine erträgliche Weiterexistenz Deutschlands klarer machen dürfte, scheint nun der Vorschlag unserer Initiative zugunsten Erzbergers für seine stärkere Berücksichtigung im Stadtzentrum einstweilen „vom Tisch“. Wäre dies endgültig, dazu noch ohne Diskussion im Gemeinderat, könnte man darin allerdings ein Armutszeugnis sehen. Indessen sind Zweifel daran erlaubt, ob sich das Gremium über die Ablehnung unserer Vorschläge ganz so einig ist, zumal in persönlichen Gesprächen auch deutliche Sympathien dafür erkennbar wurden, nicht zuletzt für unsere Empfehlung, die historisch unbelastete Bezeichnung Kronenstraße wieder einzuführen. Im Übrigen ist keines unserer durchweg sachbezogenen Argumente(veröffentlichtes 10-Punkte-Papier, Brief an Gemeinderat) entkräftet worden. Stattdessen wird das Problem überwiegend auf die Frage des Aufwands für Anlieger (die wir durchaus ernst nehmen) reduziert, der aber möglicherweise bei Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist einzugrenzen und evtl. zumutbar wäre. Letztlich aber geht es doch um die Kernfrage: Will Biberach weiterhin im Zentrum Paul von Hindenburg ehren, der z.B. mit seiner Unterzeichnung der „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933 und der damit verbundenen Abschaffung wichtiger Grundrechte Hitlers Marsch in die Diktatur erheblich erleichtert hat oder Matthias Erzberger, der ein Opfer der ebenfalls von Hindenburg maßgeblich genährten Dolchstoßlegende wurde? Wenn sich 2011 Erzbergers Ermordung zum 90. Male jährt, werden sich viele nachdenkliche Menschen – weit über Biberach hinaus – fragen, wie die Stadt, die der Mittelpunkt seines Wahlkreises war, ihre Erinnerungskultur für diese außergewöhnliche, wenn auch nicht fehlerfreie, Persönlichkeit gestaltet. Vielleicht geben die Filmvorführungen am Wochenende im Kino, wo voraussichtlich auch Erzberger-Darsteller Hans Hohlbein anwesend sein wird, dazu weitere Impulse.
Dr. Alfons Siegel
Mitarbeiter der Erzberger-Initiative Biberach
(03.11.2010)
Leserbrief zur Diskussion um die Hindenburgstraße
Versuch einer Versachlichung der
Hindenburg-Diskussion
durch ein paar geschichtliche Fakten:
Hindenburg war ein Volksgemeinschafts-Nationalist,
der Hitler ins Amt verholfen hat und es jahrzehntelang geschickt
verstand, den Mythos um die eigene Person zu überhöhen, und das
weitgehend ohne tatsächlich berechtigten Hintergrund. Er hat sein
Rekordstimmenergebnis 1932 deshalb bekommen, weil die Sozialdemokratie
keinen eigenen Präsidentschafts-kandidaten aufgestellt hatte. Den fürs
Amt nötigen Eid auf die Weimarer Verfassung hat Hindenburg zwar zwei Mal
geschworen, aber die Republik hintertrieben mit Freunden aus
rechtskonservativen Kreisen, aus denen unter anderem die Mörder
Erzbergers kamen. Dieser war ursprünglich Kriegsbefürworter, fand
nachher aber den Mut zu besserer Einsicht nach Selbstkritik (wozu viele
ja nicht fähig sind) und wandelte sich zum Friedenskämpfer. Dies kostete
ihn das Leben, auch dank geschickter hindenburgischer Lügenpropaganda
über Gründe der Kriegsniederlage.
Unwissende sollten sich erst mal über den aktuellen
Wissensstand informieren (siehe die Hindenburg-Biografie Wolfram Pytas
von 2007) und nicht mit wohlfeilen Sprüchen und persönlichen
Beschimpfungen gegen Menschen um sich werfen, die sich für eine positive
Veränderung und das Abschneiden alter Zöpfe einsetzen. Nicht nur in
Biberach gilt: im demokratischen Deutschland Straßen und Plätze zu
benennen nach einem Friedenskämpfer ein klares Ja; ein klares Nein
dagegen, irgend etwas zu benennen nach einem Nationalisten und
blenderischen Mythenpfleger. Ausblenden der geschichtlichen Fakten hilft
da nichts.
Wolfgang Heinzel
Zur
Erzberger-Hindenburg-Kontroverse in Biberach an der Riss
Erzberger gehört ins Stadtzentrum
Hindenburg fand Gefallen an Hitler
Da die Oberste Heeresleitung unter Hindenburg ab 1916 z.T. wie eine Militärdiktatur auch politisch den Ton angab, hatte es der verfassungsbedingt schwache Reichstag noch schwerer, eine wirksame Friedenspolitik zu betreiben. Zu den ersten Politikern, die mit ihren Bemühungen um Parlamentarisierung dazu beitrugen, der gewählten Volksvertretung die ihr zustehende Gestaltungsmacht zu geben, gehörte Matthias Erzberger. Dass er 1921 von Rechtsradikalen ermordet wurde, ist mit einem nicht zuletzt durch die Dolchstoßlegende vergifteten Klima zu erklären, weil diese auch Erzberger als Unterzeichner des Waffenstillstandes und Befürworter des unumgänglichen Friedensvertrags zur Zielscheibe machte. Hindenburg hatte 1919 durch entsprechende Aussagen vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss die Dolchstoßlegende genährt, wonach das deutsche Heer „im Felde unbesiegt“, aus der Heimat „erdolcht“ worden sei. Dass Hindenburg 1932 von so vielen Deutschen, mit Unterstützung von SPD, Zentrum und Liberalen, wiederholt ins Amt des Staatsoberhaupts (jetzt gegen Hitler) gewählt wurde, zeigt, wie sehr sich die Demokraten in Hindenburg täuschten. Er hat eben nicht, wie sie sich erhofften, Hitler verhindert, sondern seiner Diktatur letztlich den Weg geebnet. Hindenburgs anfängliche Reserviertheit gegenüber Hitler ist nach dessen zögerlich erfolgter Ernennung zum Reichskanzler wachsender Sympathie gewichen, wie der gut belegten Hindenburg-Biografie des Stuttgarter Historikers Professor Pyta zu entnehmen ist: " … Hindenburg gewann zunehmend Gefallen an diesem Kanzler …" (Wolfram Pyta, Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, Pantheon Verlag, 2009, S. 832).
Hindenburg hat nicht nur die fatale „Brandverordnung“ vom 28. 2. 1933 unterzeichnet, mit der in instrumentalisierender Überreaktion auf den Reichstagsbrand vom Vortag gleich eine Reihe wichtiger Grundrechte außer Kraft gesetzt wurden, was Hitler rasch gegen politisch Andersdenkende nutzte; vom Reichspräsidenten, der trotz seines hohen Alters nicht senil, sondern geistig „bis fast zum Schluss völlig ungetrübt“ gewesen sei (Pyta, S. 836) sind mir auch keine Einwände gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz vom 23. 3. 33 bekannt, mit dem die Volksvertretung als Gesetzgeber ausgeschaltet und durch die Naziregierung ersetzt wurde. Ebenso wenig scheint es das Staatsoberhaupt von damals gestört zu haben, dass im Verlaufe des Jahres 1933 sämtliche Parteien außer der NSDAP von der politischen Bühne verschwanden oder das KZ Dachau schon seit Frühjahr seinen „Betrieb“ aufgenommen hatte. Und hätte ein so machtvoll ausgestatteter Präsident, von dem Sorge für eine demokratische Kultur und die rechtsstaatliche Verfassung erwartet werden dürften, nicht auch etwas gegen die Bücherverbrennung vom Mai 1933 sowie die einsetzende systematische Verfolgung Oppositioneller sagen können, zumal Hindenburg mit seinem Charisma wie wohl kein anderer in Deutschland gehört worden wäre? Die NSDAP im Gemeinderat Biberachs, die (nach dem Gleichschaltungsgesetz vom 31. 3. 33) stärkste Fraktion war, wusste vermutlich, warum sie ihre Dankbarkeit Hindenburg gegenüber durch den dann umgesetzten Wunsch ausdrückte, ihn am 5. 5. 33 mit der Umbenennung der Kronenstraße in Hindenburgstraße zu ehren – zusammen mit Hitler, nach dem gleichzeitig der Alte Postplatz benannt wurde (vgl. Kurt Diemer, Ausgewählte Quellen zur Biberacher Geschichte 1491-1991, Theiss Verlag, 1991, S. 174f). Der Hitlerplatz wurde 1945 wieder zurückbenannt. Nach so langer Zeit dürfte es nicht mehr zu früh sein, auch die Hindenburgstraße in Kronenstraße zurück zu benennen. Erzberger, für dessen Schriften Nazis 1934 eine eigene Bücherverbrennung inszenierten und dessen Ermordung sich 2011 zum 90. Male jährt, sollte in Biberach nicht länger im erinnerungslogistischen Abseits bleiben, sondern endlich mit einem stadtzentralen Platz etwa so gewürdigt werden, wie es der außergewöhnliche Abgeordnete und Reichsfinanzminister als mutiger Wegbereiter für Frieden, Demokratie und ein gerechteres Steuersystem verdient.
Dr. Alfons Siegel
Mitarbeiter der Erzberger-Initiative Biberach
(26.08.2010)
Unterschriftenaktion für
Erzbergerplatz
Initiative macht Kompromiss-Vorschlag
Mit einem Info- und Aktionsstand auf dem Biberacher Wochenmarkt am Samstag, 14. August setzt die Erzberger-Initiative ihren Gedanken-austausch mit der interessierten Öffentlichkeit fort. Dabei informiert sie u.a. mit einem 10-Punkte-Katalog zur Begründung ihrer Vorstellungen in der Erzberger-Hindenburg-Kontroverse um entsprechende Straßen- bzw. Platzbezeichnungen in Biberach und sammelt Unterschriften für folgende zusammenhängende Empfehlungen:
1)
Rückbenennung der (1933 von der NSDAP veranlassten) Hindenburgstraße
in Kronenstraße,
2)
Benennung eines stadtzentralen Platzes
(z.B. des Viehmarktplatzes)
in Erzbergerplatz,
3) Belassung des Namens Matthias-Erzberger-Straße im Stadtteil Bachlangen.
Mit dieser Änderung ihrer ursprünglichen Forderung, die Hindenburgstraße in Erzbergerstraße umzubenennen, stattdessen einem zentralen Platz den Namen des außergewöhnlich verdienten Politikers zu geben, unterbreitet die Erzberger-Initiative einen Gesamtvorschlag, der wesentliche Argumente aus der öffentlichen Diskussion der letzten Zeit aufgreift, um eine für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger akzeptable Kompromisslösung aufzuzeigen. Zugleich informiert die Initiative über die bevorstehende Exkursion zu Erzbergers Geburtshaus in Buttenhausen mit Besichtigung der dortigen Gedenkstätte, die für Samstag den 4. September allen Interessierten angeboten wird und nimmt dazu Anmeldungen entgegen (weitere Möglichkeit in der Stadtbuchhandlung).
Erzberger statt Hindenburg
Unterschriftenaktion auf dem Markt
Unterschriften sammelt eine Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger am Samstag-Vormittag, 20. März 2010 auf dem Marktplatz in Biberach. Deren Ziel ist es, im Sinne „später Genugtuung“ eine Umbenennung der hiesigen Hindenburgstraße in Erzbergerstraße zu bewirken. Die Aktion war als Echo auf einen gutbesuchten VHS-Vortrag ins Leben gerufen worden, den der frühere Botschafter und Diplomat Dr. Guntram von Schenck neulich über den ehemaligen Biberacher Wahlkreisabgeordneten und Reichsfinanzminister gehalten hatte. Begründet wird die geforderte Straßenumbenennung im Kern damit, dass der Generalfeldmarschall und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg wesentlich mitverantwortlich für die verhängnisvolle Dolchstoßlegende war, die stimmungsmäßig viel zur Ermordung von Matthias Erzberger beigetrug. In der befürworteten Benennung einer Straße im Stadtzentrum würden die Initiatoren auch eine Chance sehen, dem Andenken des großen Politikers angemessener zu entsprechen als dies in der Geschichte bisher der Fall war; insbesondere könnten so auch Erzbergers außerordentliche Verdienste um die Förderung von Frieden und Demokratie sowie für den Aufbau einer effizienteren Finanzverfassung samt eines gerechteren Steuersystems für Deutschland besser gewürdigt werden.
aus der Schwäbischen Zeitung
Ungewöhnliches Projekt
erinnert an Matthias Erzberger
Sein besonderer Beitrag zum Ende des
Ersten Weltkriegs

"Erzbergerwochen" könnte das aktuelle Projekt genannt werden, das sich vom 30. August bis zum 15. November 2008 in Biberach abspielt und für das hier die langjährige frühere Leiterin der hiesigen Volkshochschule, Marianne Sikora (auf dem Bild links) und Prof. Dr. Egon Lanz, der Vorsitzende des Vereins Freunde der VHS (rechts), vor dem Rathaus Faltblätter verteilen. Die Flyer, die auch z.B. in der Stadtbücherei, im Rathaus und an anderen öffentlich zugänglichen Stellen der Stadt und im Landkreis kostenlos zu haben sind, enthalten ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Es umfasst u. a. Lesungen, Vorträge, eine Exkursion und die Aufführung eines neuen Dokumentarfilms über den Politiker aus Biberach sowie ein "Erzberger-Quiz" mit attraktiven Gewinnchancen (z.B. Berlinfahrt). Anlass ist der bevorstehende 90. Jahrestag zum Ende des Ersten Weltkrieges. Es wurde – noch immer nicht allgemein bekannt – maßgeblich durch den damaligen Reichstags-abgeordneten und Spitzenpolitiker Matthias Erzberger aus dem Wahlkreis Biberach durch seine mutige Unterschrift unter den Waffenstillstand von Compiègne nach über vierjährigen mörderischen Kämpfen herbeigeführt. Dass die auf dem Foto zu sehenden Plakate mit dem Porträt von Erzberger am Eingang zur Hindenburgstraße platziert sind, symbolisiert eine bittere Ironie der Geschichte: war es doch Paul von Hindenburg, der wesentlich zur „Dolchstoßlegende“ und damit zu einem Klima beitrug, das Erzbergers Ermordung provozierte. Am Vortag des 87. Jahrestages seiner Beisetzung, Samstag, 30. August 2008, 18 Uhr wird in der Magdalenenkirche nahe von Erzbergers Ehrengrab auf dem Katholischen Friedhof in Biberach mit einem ökumenischen Gottesdienst die Reihe eröffnet. Die Veranstalter, zu denen neben der VHS und des Vereins ihrer Freunde auch der Arbeitskreis Kultur gehört, wollen mit dem auch von der Stadt Biberach unterstützten Programm dazu beitragen, dass die Kenntnisse über Matthias Erzberger in der Bevölkerung vertieft und friedenswirksame Lehren aus dem Nachdenken über ihn und sein tragisches Schicksal gefördert werden. Infos dazu sind auch im Internet unter www.matthias-erzberger.de abrufbar.
Schwäbische Zeitung
23.08.2008







